Entfelder Bettagsfeier 2026

Am Sonntag, 20. September luden die Katholische Pfarrei St. Martin Entfelden, die Ref. Kirchgemeinden von Ober- und Unterentfelden und die Syrisch-Orthodoxe Gemeinde Oberentfelden zum traditionellen Bettagsgottesdienst ein. Die Gastgebergemeinde war dieses Jahr die Ref. Kirche Oberentfelden. Die Feier wurde gestaltet von Pfr. Raffael Sommerhalder (Ref. Kirchgemeinde Unterentfelden), Pfr. Michael Azziz (Syr.-Orth. Gemeinde) und Ana und Samuel Behloul (Kath. Pfarrei St. Martin).

Die biblische Grundlage zur Feier bildete der Ruf des Propheten Joel zur Busse und Umkehr zu Gott. In ihrer Hinführung zur Lesung unterstrich Ana Behloul die besondere Glaubensperspektive aus der der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag lebt. An diesem Tag wird uns wieder ganz tief bewusst: Wir stehen vor dem ganz grossen Geheimnis unseres Lebens, nämlich vor Gott – dem Ursprung, Inhalt und Vollendung unseres Lebens. Der Bettag lebt ganz aus der Urerfahrung des Menschen, dass wir uns das Leben nicht selber gegeben haben. Wir erleben uns als Geschöpfe eines mächtigen Schöpfers. Darum kann unser Leben, unser ganzes Tun und Handeln nur sinnvoll und fruchtbar sein, wenn wir diesen Schöpfer anerkennen und uns ganz in seinen Schöpfungsplan hineinlegen. Das ist letztendlich der Sinn der Busse und der Umkehr, wie Pfr. R. Sommerhalder in seinem Predigtwort zu Joel 2, 12-17 betonte.

Bei Joel ist Busse kein rein äusserliches Ritual, sondern eine tiefgreifende, existenzielle Neuausrichtung. Die Begründung für die Aufforderung zur Busse liegt im Wesen Gottes selbst: „Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von grosser Güte, und es reut ihn bald die Strafe“ (Joel 2,13). Die Busse des Menschen appelliert direkt an Gottes Charakter, an seine Barmherzigkeit und immerwährende Bereitschaft für einen Reue bedingten Neuanfang. Das Ziel von Umkehr ist kein Vorwurf, sondern ein Wiederaufbau. Auch in unserem Miteinander geht es darum, alte Verletzungen loszulassen und aktiv Raum für Vergebung und neues Vertrauen zu schaffen.

Versammelt als grosse ökumenische Familie setzten wir unsere Gemeinschaft beim anschliessenden Apéro riche im Gemeindesaal fort.
Herzlichen Dank allen, die zu dieser schönen ökumenischen Feier unseres christlichen Glaubens beigetragen haben. Samuel Behloul.
