
In der umwälzenden Erzählung von der Sintflut endet, was als Katastrophe begann, mit dem unverbrüchlichen Bund Gottes mit allem, was lebt. Fast als der wiederkehrende Refrain entdecken biblische Menschen ihren Gott, der in kompromissloser Weise Leben schützen will, immer wieder neu Nichts und niemand soll mehr dem Tod überantwortet werden. Das Symbol des Bundes ist der Regenbogen, Symbol, das gegen die tödlichen Reden steht: Von der neuerlichen Ignoranz der Zerstörung der Lebensgrundlagen und eines “freundlichen” Klimas, über die Kriegsertüchtigung und Militarisierung der Gesellschaft bis zum Erstarken des Faschismus weltweit. (Foto: P. Bernd – Regenbogen über der Ostsee)
Nicht Untertanen, sondern Bundesgenoss:innen
Mo 21.09. – Vortrag und Gespräch über eine befreiende Rede von Gott
Seit geraumer Zeit läuft mit dem Lesen des Buches “Befreiung aus der Sklaverei” von Dick Boer ein Lernhaus in biblischer Theologie.
Der nächste Lernhaustermin wird ein Vortrag zu Thematik vom Bund sein, zu dem alle Interessierten eingeladen sind.
Vielleicht tasten Menschen sich nur vor zu einem Gott, der ein befreiender sein will, kein Überwesen oder höheres Wesen. Der Evangelist Lukas legt Mirjam von Nazareth ein Lied in den Mund, das bei Hanna, der Mutter Samuels, seinen Vorläufer hat: Ein veritables Befreiungslied von Gott, der die Mächtigen und Reichen von ihren Thronen holt. Dass sich dieses Lied nicht nur gegen die faktischen Machtverhältnisse auflehnt, sondern diese Auflehnung mit der Gottesrede verbindet, macht aus dieser Bewegung einen absoluten Imperativ. Dieser Gott hat rein gar nichts mehr mit Machtansprüchen oder ihrer himmlischen Absicherung zu tun: Einen Gott als höheres Wesen und Überwesen ist ein Nichts – nur blosse Verlängerung irdischer Macht in einen “Himmel”, um das ewig gleiche Muster von Unterdrückung, Ausbeutung und Ungleichheit zu perpetuieren.
Der Gott aber, zu dem den die Bibel entdeckt, ist der, der die Überwesen der Mächtigen entmachtet hat. Von diesem wird nun in immer neuem Ansetzen als dem gesprochen, der mit Menschen, der mit dem Lebendigen, der mit seinem Volk einen unverbrüchlichen Bund schliesst, um durch “sie” die vielen kleinen und grossen, persönlichen und gesellschaftlichen Wege der Befreiung und Emanzipation zu gehen.
Die Zuspitzung der Befreiung könnte lauten; Der Mensch nicht ohne Gott, aber auch Gott nicht ohne den Menschen. – Und so ist die Rede vom Bund Gottes auch die seiner Gefährdung und die von Treue, die von Erinnerung und Feier, um daran festzuhalten: Sie sollen keine – niemand, kein einziger – Untertan sein, sondern Bundesgenossen.
Datum: Montag, 21. September, 19.30 bis 21.30 Uhr – mit Peter Bernd, Pfarrer
Ort: Zentrum St. Johannes, Brummelstrasse 9, 5033 Buchs AG
Eintritt frei