Gott. Ein Sämann mit Humor.
Rückblick zum ökumenischen Suppentopf 2026

Am 22. März feierten wir in der St. Martin Kirche unseren traditionellen Ökumenischen Generationengottesdienst am Suppentag. Die Feier wurde von den beiden reformierten Pfarrern von Ober- und Unterentfelden, Andy Wahlen und Raffael Sommerhalder und von Ana und Samuel Behloul von der katholischen Pfarrei St. Martin Entfelden sowie von den Schülerinnen und Schülern der 4. und der 5. Klasse von Ana Behloul gestaltet.

Bereits beim Einzug durch den Mittelgang der Kirche liess sich erahnen, dass es beim anschliessenden Suppentopf und Kuchenbuffet im Pfarreizentrum platzmässig eng werden durfte. Wir sind zwar jedes Jahr beim Suppentag verwöhnt, was die Zahl der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher angeht. Dieses Mal sah es diesbezüglich bereits beim Einzug rekordverdächtig aus.

Für die wunderbare musikalische und gesangliche Umrahmung der Feier sorgten, neben unserem Grandseigneur an der Orgel, Christian Furer, auch unsere bereits profilierten St. Martins Singspatzen mit ihrem heiteren und souveränen Gesang. Und klar, wie immer, wurde jedes ihrer Lieder mit grossem Applaus belohnt.

«Wer Saatgut hat, kann Zukunft säen.»Entsprechend dem Motto der diesjährigen ökumenischen Fastenkampagne kreiste die Gottesdienstfeier inhaltlich um das Bild Gottes als Sämann in Mk 4, 1-20.
Saat und Ernte – das ist ein uraltes und wiederkehrendes menschliches Handlungs-Prinzip. Nicht einfach ein schöner Brauch, sondern eine Lebensnotwendigkeit. Wer etwas ernten will, muss das kostbare Saatgut sorgsam aussäen. Zuerst das Feld, den Boden vorbereiten, dann wässern, dann abwarten, wässern, abwarten, wässern und sicher auch bangen und manche schlaflosen Nächte verbringen in Angst und Sorge um günstige Wetterverhältnisse. Vor diesem Hintergrund dürfte das Sämanns-Gleichnis in Mk 4, 1-20, wie S. Behloul in seiner Predigt unterstrich, zunächst für Irritationen sorgen. Denn die Samenkörner des Sämanns, der hier Gott selbst ist, fallen überall hin, auf den Weg, in die Dornen, auf die Steine, unter die pralle Sonne. Gott sät offenbar anders. Sein Saatgut, die Liebe, kennt keine Grenzen. Es wird grosszügig und überall ausgestreut, um jeder und jedem eine Chance zu geben – auch dort, wo es scheinbar sinnlos erscheint.

Behloul verwies in diesem Zusammenhang auf eine interessante und aufschlussreiche etymologische Eigenheit im Sämanns-Gleichnis von Mk 4, 1-20. In der lateinischen Übersetzung des Evangeliums, der sog. Vulgata, wird nämlich der felsige Boden beschrieben als „quia non habeat humorem“. Oder zu Deutsch, es fehlt der fruchtbare Humus. Humus und Humor haben im lateinischen die gleiche etymologische Wurzel und stehen zum einen für den fruchtbaren, feuchten Boden und zum anderen für Gelassenheit und Heiterkeit. Letzteres vor allem in scheinbar aussichtslosen Situationen und unter unmöglichen Bedingungen. Gott, so lehrt uns also das Sämannsgleichnis, ist ein Sämann mit Humor. Sein grosszügiges Aussäen ist ein Ausdruck seiner bedingungslosen Liebe uns Menschen gegenüber. Und zugleich ist es auch eine Aufforderung und Einladung an uns, dass wir in unseren Herzen Steine wegräumen und Dornen ausreissen sollen, damit der Samen des Evangeliums, der Samen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe auf fruchtbaren Boden fällt und reiche Frucht bringt.

Die Viert- und Fünftklässler von Ana Behloul haben sich im Religionsunterricht mit dem Motto »Hunger friesst Zukunft» «Wer Saatgut hat, kann Zukunft sähen» auseinandergesetzt und haben dazu im Gottesdienst Fürbitten gestaltet. Nach jeder Fürbitte legten sie die Samen der Hoffnung in die Erde als Zeichen für unsere Solidarität und Hilfsbereitschaft  mit anderen zu teilen und als Zeichen für Freiheit und eine gute Zukunft für alle.

Beim anschliessendem gemeinsamen Suppentopf mit reichhaltigem Kuchenbuffet wäre es tatsächlich beinahe eng geworden ob des grossen Besucherstroms. Herzlichen Dank allen, die zum grossen Gelingen dieses ökumenischen Anlasses beigetragen haben: der Gruppe Ökumene und allen Helferinnen und Helfern, den Spenderinnen von Kuchen, der grossen Minischar, den Singspatzen, den Viert- und Fünftklässlern, den Firmandinnen und Firmanden sowie dem Pfarreiteam St. Martin Entfelden. Für die fotografische Dokumentation des Anlasses danken wir Kurt Geisseler.

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