Altern beginnt mit der ersten Kerze auf der Geburtstagstorte

«Ich will nicht durch meine Werke unsterblich werden, sondern dadurch, dass ich nicht sterbe.»
Diesem Wunsch des berühmten Filmemachers Woody Allen wird die Wissenschaft mit grosser Wahrscheinlichkeit nie entsprechen können.
Die Tatsache ist dennoch, dass seit Mitte des 19. Jahrhunderts die jeweils höchste Lebenserwartung unter Industrienationen kontinuierlich ansteigt: jedes Jahr um knapp drei Monate, innerhalb von vier Jahren also um fast ein ganzes Jahr. Der Rostocker Demografieforscher Jim Vaupel bringt diesen Umstand pointiert so zum Ausdruck: «Lebe neun Monate und erhalte drei gratis dazu.»
Es steht fest, dass die Lebenserwartung weiterhin zunehmen wird. Berechnungen zufolge werden Kinder, die nach 2000 geboren wurden, die sog. Generation Z mit, mit einer 25%- bis zu 50%igen Wahrscheinlichkeit ihren 100. Geburtstag feiern.
Aber warum altern wir eigentlich? Sind Alterungs-Prozesse biologisch programmiert, oder handelt es sich um Zufälle? Und inwieweit kann die heutige Wissenschaft diesen Prozess überhaupt beeinflussen, im Sinner einer Verlangsamung oder gar Aussetzung des Alterungsprozesses?
Diesem Fragekomplex ging der erste Vortrag aus der Longevity-Reihe im Pfarreizentrum St. Martin Entfelden nach.
Der Referent Dr. Sasha Dunst, Facharzt FMH für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie gab in einer sehr verständlichen Sprache und mit gut nachvollziehbaren Beispielen faszinierende Einblicke in den Prozess des geistigen und körperlichen Alterns. Dabei wurde gezeigt, dass Altern ein biologischer Prozess ist, der bereits mit dem Tag unserer Geburt bestimmten Mustern folgt. Als solcher lässt er sich beeinflussen. Stoppen können wird man ihn aber trotzt vieler wohlklingenden Versprechen einzelner Vertreter der Longevity-Branche und der noch zu erwartenden gewaltigen Fortschritte der KI-Technologien nicht.
Und würde überhaupt ein gestoppter Alterungsprozess mehr Qualität für unser Lebend bedeuten? Dieser Fragestellung geht der zweite Vortrag der Entfelder Longevity-Reihe mit der renommierten Altersforscherin Prof. Dr. Sabina Misoch, am Dienstag, 26. Mai um 18.30 Uhr im Pfarreizentrum St. Martin Entfelden.
Abschliessend sei noch herzlich gedankt der Gruppe Kreaktiv für die Organisation und die Durchführung des heutigen ersten Vortragsabends. Besonderer Dank gilt auch Chantal Kupper für die Organisation des Longevity-Geschenks für unseren Referenten und für die Zubereitung des feinen Longevity-Apéros. Samuel Behloul.