«Und schon Ferien gehabt?»
Ja, viele Mitarbeitende und Freiwillige sind in den Ferien oder werden noch gehen. Das trotzdem alles so gut wie möglich läuft, dafür sorgen die, die da sind und sich gut mit den anderen absprechen und planen.
„Sie haben es sicher ruhiger im Pfarrhaus und in der Kirche, oder?“
Naja, antworte ich dann, der Betrieb geht weiter und Aufgaben, die liegen geblieben sind, können gerade bei einem eingeschränkten Angebot umgesetzt und angegangen werden.
In unserer Pfarrei sind 20 Mitarbeitende angestellt. Einige sind aufgrund ihrer Aufgaben an die Schulzeit gebunden, wie die Katechetinnen. Aber auch sie verbringen nicht die gesamten Schulferien im Urlaub, wie ich häufig höre. Sie bereiten Unterricht vor, organisieren Räume, erstellen Elterninformationen u.a.
„Aber der Platz und der Kirchensaal sind doch sicher weniger besucht?“
Menschen kommen trotzdem auf unseren Platz, in unsere Kirche und unser Pfarrhaus. Unser Reinigungspersonal und Hausdienst, sowie die Sakristaninnen haben genug zu tun: behutsam den Pflanzen Wasser geben, Kerzenständer aufräumen, Antonius- und Kerzenkassen leeren, Müll entsorgen, Geräte warten und pflegen, Kirchenwäsche waschen, Geschirr durchsehen, um nur einiges zu nennen.
Aufgrund unseres Wasserschadens Ende Mai kamen weitere Aufgaben auf uns zu, die nicht geplant waren. Zweimal am Tag Entfeuchter leeren, Schränke ausräumen, Material versorgen, Handwerker:innen organisieren und begleiten. Da immer auch einige von uns im Urlaub sind, bleibt für die, die da sind, etwas mehr Arbeit und Organisation. Das bedeutet wiederum gute und enge Absprachen, die auch Zeit und Energie erfordern.
Reinigung von Räumen und Böden, von Einrichtungen und Geräten stehen an. Eine Woche haben wir deshalb das Pfarrhaus geschlossen – neben den Tagen nach Weihnachten, die einzigen, an denen unser Offenes Pfarrhaus, einmal nicht offen ist – die Kirche bleibt geöffnet – aber, was gerne vergessen wird, auch die muss abends kontrolliert und geschlossen werden – auch das wird abgesprochen.
„Das Sekretariat,– es ist doch nur halbtags geöffnet!“
Erreichbar sind wir in seelsorgerlichen Notfällen dennoch rund um die Uhr, das Übernehmen die Seelsorgenden. Aber solche Tätigkeiten, wie die kirchlichen Bücher führen – in die alle Taufen, Firmungen, Eheschliessungen – übrigens auch der Missionen – eingetragen werden müssen, werden in diesen Tagen ausserhalb der Öffnungszeiten erledigt. Auch die Buchhaltung hat keine Ferien ebenso wenig das Pfarreiblatt, und dann sind da noch die Angebote nach den Ferien, die es zu bewerben gibt und vieles andere.
Die Präses der Jugendvereine kümmerten sich um ihre Jugendlichen in den Sommerlagern, besuchten sie und hielten Kontakt. Und unsere Sozialarbeitende, auch die schauen, dass sie präsent sind. Asylunterkünfte machen auch keine Ferien und Not kennt keinen Urlaub.
Während ich das als Pfarreileiter schreibe, liegen die Gottesdienstvorbereitungen und die Organisation von Anlässen neben mir, bei denen wir mit Musiker:innen, Lektor:innnen, Minis und Aushilfen planen müssen – nicht immer einfach, allen Ansprüchen gerecht zu werden. Weiter gibt es zwischendurch Anfragen komplizierter Trauungen, wo wir als Wohnort, Dokumente erstellen und Gespräche führen, aber die Paare bei anderen ihnen bekannten Seelsorgenden ausserhalb heiraten. Auch das Führen einer Pfarrei macht keine Pause: Das Budget will geplant und verabschiedet werden, vorbereitende Überlegungen zur Weiterentwicklung unserer Pfarrei, sind ebenfalls immer Begleitthemen, die unsere Aufmerksamkeit brauchen, Personalthemen, Planung und Koordination unserer Angebote, Netzwerke in der Stadt und in den Gemeinden, die Themen liefern, all das ist Sommerzeit unabhängig.
Ferienzeit – ja, aber als Pfarrei sind wir wie ein kleines Unternehmen, das weiterarbeitet und in der sich Mitarbeitende mit Herz und Hand engagieren, damit Sie sich wohlfühlen, Menschen und Gott begegnen oder einen Ort der Ruhe haben können, im Gottesdienst oder im Café Paula. Oder einfach, um das WC und den Spielplatz zu nutzen und anspruchsvoll, um mit Ihren Anliegen kompetente Ansprechpartner:innen zu finden.
Solidarität im Team und das gegenseitige Unterstützen dient am Ende allen und besonders auch Ihnen und all denen, die als Gäste sich bei uns aufhalten.
Wir wünschen Ihnen schöne Ferien und danach wieder eine erfüllte Arbeits-, Schul- und Freizeit.
Burghard Förster, Pfarreileiter
