Weltgebetstag 2026: Solidarität mit Nigeria

«Der Schmerz von Einzelnen ist der Schmerz aller», so lautet ein Nigerianisches Sprichwort. Ganz in diesem Sinne feierten wir am Freitag, 6. März 2026 den Gottesdienst zum Weltgebetstag als Anlass der Solidarität und Fürbitte. Die nigerianischen Nonnen Sr. Bernardine und Sr. Veronica führten uns gleich zu Beginn in das Land und deren Herausforderungen ein. Sie erzählten von Armut, ethnischen Differenzen, Entführungen und Korruption, aber auch von starken Frauen. In ihrer Muttersprache sangen sie uns als Duo den Psalm 27 sowie das Unser Vater a capella und entführten uns ein in eine andere Welt.

Die Liturgie des Abends zu Mt 11,28-30 «Ich will euch stärken, kommt!» brachte uns die Geschichten dreier mutiger Frauen aus Nigeria näher. Beatrice, die mit 28 Jahren eine Witwe wurde und als Mutter von drei Kindern gegen die Armut und um einen Job kämpfte. Jato, die sich täglich Sorgen um ihre 14-jährige Tochter macht, seit ein gleichaltriges Mädchen von Boko Haram entführt wurde und nie zurückgekehrt ist. Blessing, die von den Nöten des Landes berichtete, von der Schere zwischen Arm und Reich, von Korruption, Kriminalität und psychischen Belastungen. Alle drei Frauen sind getragen von ihrem Glauben: «Selbst in unseren Nöten sehen wir Beweise für Gottes Treue. Wir mögen belastet sein, aber wir sind nicht gebrochen. Wir arbeiten weiter, hoffen und beten für ein anderes besseres Nigeria.» Diesem Ruf folgten auch wir im gemeinsamen Gebet. Es war ein ergreifender Anlass, der uns einmal mehr bewusst machte, welche Nöte in Nigeria herrschen und wie wertvoll unser Gebet ist.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurden wir alle von den Schwestern mit einem grossen Buffet verwöhnt. Die nigerianischen Nonnen hatten eigens für uns gekocht: Gemüse, Reis, Poulet, Jamswurzel, Bananen, und vieles mehr. Es entwickelten sich lebhafte Gespräche, die den Abend in einer fröhlichen Gemeinschaft ausklingen ließen. Dazu die Rückmeldung einer Teilnehmenden:
«Gestern war es in meinen Augen ein ganz besonderer Weltgebetstag. Die beiden Schwestern als Gäste und gleichzeitig als ‚herzliche Gastgeberinnen‘ zu erleben, die grosse ökumenische Gemeinschaft und das hilfsbereite Team im Hintergrund waren grossartig – für mich wird es ein unvergessliches Erlebnis bleiben.»

Die Kollekte des Abends floss in Frauen-Solidaritätsprojekte in Lagos und ganz Nigeria. Ein herzlicher Dank gilt allen, die mitgewirkt und diesen Abend zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben – besonders den beiden wunderbaren Schwestern für Ihr Mitwirken und all Ihre liebevollen Vorbereitungen.
Im Namen des Ökumenischen WGT-Vorbereitungsteams Pfrn. Noemi Heggli.