Maria – Mutter Jesu
Marienstatue – eine Frau sitzt und hält ihr kleines Kind auf dem Schoss.

Maria, die Mutter Jesu, wird im Zuge der Verkehrung des Christentums und der Schaffung einer Orthodoxie zugunsten des römischen Imperiums zu einer “Gottesmutter” überhöht. Biblisch erscheint sie demgegenüber als Frau aus dem Volk, die ganz in der befreienden Tradition ihres Volkes lebt. So wird ihr als Lied das berühmt gewordene Magnifikat in den Mund gelegt, in dem sie den Sturz der Mächtigen und die Enteignung der Reichen besingt. Menschen dürfen sie als Lehrerin der Befreiung für ihren Sohn Jesus besingen, dem Menschen den Ehrentitel “Sohn von Gott” geben: Einer, der gelebt hat, was ein Mensch sein könnte.
Künstler
Bildhauer Josef Rickenbacher (1925–2004) aus Steinen (SZ).
Maria, das Jesuskind, der Thron, auf dem Maria sitzt und die Bodenplatte sind alle aus dem gleichen Metall, aus Messing gemacht. Alles bildet eine Einheit. Nichts wird speziell hervorgehoben. Maria hat verschattete Augenhöhlen, ihre Augen sieht man nicht. Von der Kopfhaltung her beurteilt, schaut Maria vor sich auf den Boden, ohne den Betrachter oder die Betrachterin anzublicken. Das Jesuskind selbst lehnt seinen Kopf an die Brust seiner Mutter und schaut auf die Seite in die Ferne. Maria hält ihren Sohn mit der linken Hand unten am Po, damit er nicht davon rutscht. Ihr rechter Arm legt sich fürsorglich um den Oberkörper des kleinen Sohnes. Jesus legt seine kleine rechte Hand auf das rechte Handgelenk seiner Mutter. Diese zarte Berührung weist auf die grosse Verbundenheit und Liebe zwischen den beiden Personen hin. Diese Madonna mit Kind hat nichts Liebliches oder strahlend Schönes an sich, wie die «schönen Madonnen» im Mittelalter. Nein, im Gegenteil: Diese Madonna mit Kind kennt die Schwierigkeiten des menschlichen Lebens, derer, die zu den Verworfenen der Erde zählen. Das hatSpuren auf dem Köper hinterlassen.
Passende Bibelstelle
Und Maria sprach: “Die [Lebendige] hat Mächtige von den Thronen gestürzt und Erniedrigte erhöht, Hungernde hat sie mit Gutem gefüllt und Reiche leer weggeschickt.” (Lukas 1,52-53)



