Wo nachhaltige Hilfe greift

Kirchlich Regionaler Sozialdienst Aarau

Das Team des KRSD Aarau (von links): Marilena Stadler, Vorpraktikantin Soziale Arbeit, Rabea Widmer, Standortleiterin, Anna Parini-Schmid, Sozialarbeiterin. Es fehlt Sara Cerutti, Sozialarbeiterin.

Der Kirchlich Regionale Sozialdienst (KRSD) Aarau blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück: Teamwechsel, neue Projekte und eine gesicherte Finanzierung prägten 2025. Nach drei Jahren Kontinuität im Team gab es 2025 erstmals wieder einen personellen Wechsel: Standortleiterin Sarah Lohr verliess den Sozialdienst, um eine neue Herausforderung an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) anzunehmen. Per Januar 2026 übernahm Rabea Widmer die Standortleitung in Aarau. Der KRSD dankt Sarah Lohr herzlich für ihr langjähriges Engagement.

Eine besonders erfreuliche Nachricht: Die Kirchgemeinden des Pastoralraums Region Aarau haben dem KRSD Aarau die Finanzierung für die kommenden vier Jahre erneut zugesichert. Diese Kontinuität ist in Zeiten rücklläufiger Steuererträge keine Selbstverständlichkeit. Sie ermöglicht es dem Team, verlässlich und vorausschauend für seine Klientinnen und Klienten da zu sein.

Im vergangenen Jahr begleitete der KRSD 296 Dossiers und führte 333 Kurzzeitberatungen durch. Die Klientel ist vielfältig: 38 Prozent sind Familien, ein Viertel Alleinstehende. Viele Menschen kommen aus schwierigen Einkommenssituationen – je 27 Prozent sind Working Poor oder beziehen Sozialhilfe. 72 Prozent der Beratungen finden auf Deutsch statt, daneben wird auch auf Spanisch, Portugiesisch, Englisch, Italienisch und weiteren Sprachen beraten. Der Weg zum KRSD führt häufig über private Empfehlungen (29 Prozent) oder das Internet (21 Prozent). 36 Jugendliche liessen sich im Berichtsjahr beraten, vorwiegend zu persönlichen, familiären und finanziellen Fragen.

Im Bereich der administrativen Unterstützung erhalten Ratsuchende kostenlose Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, beim Verfassen von Briefen oder bei der Vereinbarung von Terminen. Neu findet dieses Angebot im Café Paula im Offenen Pfarrhaus der Pfarrei Peter und Paul in Aarau statt. Bis zu fünf Freiwillige engagieren sich pro Woche; insgesamt kamen rund 400 Kontakte zustande. Die Unterstützung wird mehrsprachig angeboten, auf Deutsch, Englisch, Ukrainisch, Tamilisch, Spanisch, Portugiesisch und Italienisch.

In den Nähateliers in Aarau, Baden, Brugg und Wohlen kommen Frauen zusammen, um gemeinsam zu nähen und soziale Kontakte zu pflegen. 2025 zählten die Ateliers 820 Besuche; 35 Freiwillige leisteten insgesamt 1639 Stunden. Für Frauen mit sogenannter «KulturLegi ist das Material kostenlos. Anna Parini baute im Berichtsjahr das Nähatelier in Brugg auf und erweiterte damit das Angebot im Kanton. Gesucht werden weiterhin Freiwillige für das Atelier in Wohlen.

Gemeinsam mit rund 20 Konfirmandinnen und Konfirmanden gestaltete das KRSD-Team die Aktion «Eine Million Sterne» – neu in Zusammenarbeit mit der reformierten Kirche Aarau. Die Jugendlichen setzten sich im Vorfeld vertieft mit dem Thema Armut auseinander, entzündeten Kerzen und bewirteten Gäste mit Punsch und Kuchen. Die stimmungsvolle Veranstaltung zog zahlreiche Besucherinnen und Besucher an und schuf Raum für Begegnungen und gemeinsame Hoffnungszeichen.

Der KRSD lebt von seinem Netzwerk aus Freiwilligen, Kirchgemeinden, Stiftungen und Partnerorganisationen. Wer sich engagieren oder spenden möchte, findet alle Informationen auf der Webiste des KRSD Aargau oder meldet sich telefonisch unter 062 837 06 16.


22. Juni 2026 | Dani Schranz