Grüner Güggel – wie die Pfarrei Schöftland Ressourcen schont
von Erwin Koch, Mitglied der Ortskirchenpflege und des Umweltteams

Dank energetischer Sanierung konnte der Energieaufwand der Kirche Hl. Familie in Schöftland um rund 40 Prozent gesenkt werden.
Dieser Sommer hat uns den Klimawandel wieder einmal vor Augen geführt. Was können wir als Kirche für die Nachhaltigkeit tun? Eine Antwort darauf ist der «Grüne Güggel», dem die Pfarreien des Pastoralraums Region Aarau angehören.
Der Grüne Güggel wurde in Deutschland ins Leben gerufen und heisst dort Grüner Gockel oder Grüner Hahn. 2015 wurde er in der Schweiz heimisch unter dem Namen Grüner Güggel. Es ist ein Umweltmanagementsystem, das sich u.a. zum Ziel gesetzt hat, Ressourcen in den Bereichen Energie, Wasserverbrauch, Lebensmittel sowie Papier zu sparen und Biodiversität zu erhöhen. Weiter sind auch die Gesundheit und die Sicherheit von Mitarbeitenden, ob interne oder externe, im Blick.
Der Grüne Güggel hilft Kirchen und kirchlichen Institutionen, ihre Umweltauswirkungen systematisch zu erfassen und nach Möglichkeit zu minimieren oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Dabei muss man nicht perfekt sein: Die Kirchgemeinde legt für sich kurz-, mittel- und langfristige Ziele fest und verbessert sich von Jahr zu Jahr. Wie dies abläuft, wird hier am Beispiel Schöftland aufgezeigt.
Nach einem Startkonvoi wurde im kleinen Rahmen festgelegt, wer sich im Umweltteam engagiert: Einige Personen waren von Anfang an definiert, z.B. die Gemeindeleitung und der Sakristan sowie Vertreterinnen und Vertreter der Ortskirchenpflege, der Katechese und des Pfarreirats. Dazu konnten zwei Personen aus der Pfarrei gewonnen werden, die sich sehr gut im Bereich der Biodiversität und des Naturschutzes auskennen. An den ersten Workshops waren weiter Vertreterinnen und Vertreter des Kirchenchors, des Frauenbunds, der Kirchenmusik, der Ministranten und der Lektorinnen und Lektoren anwesend. Aus den unterschiedlichsten Vorschlägen wurden Ziele und Vorgaben definiert und im Umweltprogramm festgehalten. Nach und nach wurden kleinere oder grössere Ziele erreicht:
- Nach der energetischen Sanierung sank der Energieaufwand für das Heizen um rund 40 %. Das entspricht bei einer Ölheizung einer Einsparung von zirka 6000 Liter Heizöl pro Jahr.
- Der Stromverbrauch konnte durch die Umrüstung auf LED-Leuchten massiv gesenkt werden.
- Sämtliche Grünflächen ums Pfarreizentrum Schöftland wurden 2024 in einer Grüner-Güggel-Aktion durch Pfarreiangehörige mit einheimischen Pflanzen bepflanzt.
- Plastikgeschirr ist nicht mehr zugelassen oder nur in Ausnahmefällen.
- Nach Möglichkeit keine PET-Flaschen verwenden (keine Regel ohne Ausnahme).
- Der anfallende Abfall wird getrennt in Papier, Plastik, Glas, Grünabfall, Blech und Restabfall.
- Unkraut auf Gehwegen und Plätzen wird neu mittels Heisswasser bekämpft. Dadurch wird kein Gift eingesetzt.
Einige Ziele sind auch nach Jahren noch nicht erreicht – aufgrund hoher Kosten oder schwerer Umsetzbarkeit. Vieles ist in kleineren und grösseren Schritten gelungen. Es hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, von Anfang an sämtliche Mitarbeitenden, Freiwilligen und Gruppierungen mit ins Boot zu nehmen sowie transparent und offen zu informieren. Auch an Gottesdiensten und im Pfarrblatt wurde über den Grünen Güggel geredet und geschrieben. Dadurch wurde die Akzeptanz erhöht.
Damit der Grüne Güggel auch weiterhin am Leben bleibt, braucht es Personen, die vorangehen und weitermachen. Um das Bewusstsein wachzuhalten, feiern wir jedes Jahr ein Fest für den Grünen Güggel, zu dem auch die Nachbarschaft eingeladen ist. In diesem Rahmen werden jeweils die aktuellen Zahlen vorgestellt: das nächste Mal am Samstag, 22. August, um 18.30 Uhr, in der katholischen Kirche Kölliken.
10. August 2026 | Erwin Koch, Ortskirchenpflege Schöftland


